| |

Bild: Winterlandschaft Vogelsberg.
Wusterwetter Aus Georg Engelbachs Pfarrleben in einem Vogelsbergdorfe
Es stellt sich oft ein, dieses unholdeste aller unholden Wetter. Manchmal dauert es zwei bis drei Tage, fast ohne Unterbrechung. Kann man von warmer Stube aus dem grausen und tollen Spiele zusehen, ruft die Pflicht nicht hinaus und kann man's abwarten, dann ist's nicht ohne Reiz, die entfesselten Naturkräfte zu beobachten, zu sehen, wir oft in doppelter Mannshöhe die Schneewehen sich auftürmen, oder mit Lachen wahrzunehmen, wie der Nachbar, der über den Hof geht, um beim nahen Krämer etwas zu holen, nach wenigen Augenblicken, die er im Freien weilt, von Haupt zu Füßen schon überpudert ist.

Bild: Schneeverwehungen.
Eines Tages kam es vor, daß der "blonde Martin", der am oberen Dorfende in einem niedrigen Häuschen wohnte, gegen Mittag aus der Schneeblockade förmlich herausgeschaufelt wurde. Das Fensterlein seiner Schlafkammer war gänzlich zugeschneit, kein Morgenlicht war in diese gedrungen, und er, den Schlaf des Gerechten schlummernd, hatte, als schon die Elf-Uhrglocke das nahe Mittagsmahl verkündigte, noch sänftiglich geruht, in der Meinung, der Morgen sei noch nicht angebrochen.

Bild: Verschneites - weites - Land.
|
|