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Bild: Tief verschneit.
Wooswetter oder Wusterwetter Leseprobe aus Georg Engelbachs Buch Pfarrleben in einem Vogelsbergdorfe Hast Du, lieber Leser, schon einmal den Ausdruck vernommen: "es wustert"? Ich vermute, schwerlich. Bist die aber je in der Lage gewesen, in winterlicher Zeit, wenn der Tag zur Rüste ging und der Abend dunkelwolkig heraufzog, auf hochgelegener Heide und sturmumsausten Höhen ein "Wusterwetter" auszuhalten, dann vergissest du es nimmer. Wenn es dir einmal bestimmt ist, einsam und nichts Schlimmes ahnend "hoch da droben" einherzuschreiten, wenn dann auf einmal nach einigen kurzen Stößen wie ein schnaubendes Untier der Südost, Schneegestöber vor sich her werfend, über die Heide fegt, wenn in kürzester Frist alles, was dich umgibt, Himmel und Erde, Hohes und Tiefes, ein einziges millionenfach zerstäubtes, alle Aussicht zerstörendes Schneegeflimmer zu sein scheint, wenn die vergebens dich bemühst, deine Augen gegen die Myriaden der andringenden kleinen Eisgeschosse offen zu halten, wenn der Pfad, der noch vor zehn Minuten festgetreten vor dir lag, verschwunden und der Wald, den du auf Schußweite schautest, wie von Geisterhand entrückt ist, wenn du genötigt bist, im Zickzack zu schreiten, bald nicht mehr weißt, woher du kommst und wohin du sollst, wenn Angstschweiß aus deinen Poren quillt und die Frage durch deine Seele stürmt: "Werde ich mein Heim erreichen?" - dann weißt du, was ein "Wusterwetter" ist.

Bild: Winterwald.
Töricht der Mann, der winters - wofern nicht stiller, verläßlicher Frost eingetreten und die klaren Sterne an dem Himmel stehen - in der Abendzeit allein durchs Gebirge wandert. Tückisch ist der alte, menschenmordende Geist der Berge, und mancher ist schon seinem gewaltigen Griffe erlegen.

Bild: Verschneiter Vogelsberg.
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