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Bild: Wege, von Sturm und Schnee versperrt.
Samuel Ruhl
Blättert man in alten Chroniken, so findet man immer wieder Berichte über strenge Winter im Vogelsberg mit viel Schnee und Eis und großer Kälte. Der Schneesturm eines solchen Winters wurde Samuel Ruhl zum Verhängnis, wie aus der Inschrift des heute noch erhaltenen Denkmals im Tal vor Herbstein zu erfahren ist:
Achtzehnhundertneun und Dreißig Ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig Um Garn zu kaufen aus Kam aber nicht nach Haus. Auf seinem Weg nach Hause Wo Sturm und Schnee sehr brauste Mußt er nach langem Streben Dem Sturm sein Garn hergeben. Er kämpft im Schneesturm weiter fort Bis hier an seinen letzten Ort Hier kurz vor seiner Vaterstadt wo Sturm und Schnee gewüthet hat Ermüth’ ermatt’ an allen Glieder Sank er hier zur Erde nieder Und haucht sein Geist hier aus Ach Gott ist das ein Graus.
Alt zweiundzwanzig und ein halbes Jahr Mußt sein Geist zum Schöpfer fahren O ihr Menschen all Bedauert diesen Fall Vom Schneesturm hergetrieben Ist er hier tod geblieben Ihr Jüngling und Jungfrauen Tut diesen Stein beschauen Er mußt sein junges Leben An diesem Ort aufgeben Ach möchten doch nun alle Die an diesem Stein hier wallen Für seine arme Seel Ein kurez Gebet erwählen Mutter und Geschwister gute Nacht Ich will sehen was mein Jesus macht.
Im Schneesturm geblieben Am 19.ten Januar 1839.
In diesem Schneesturm kamen übrigens mit Matthäus Greb und Wilhelm Schneider noch zwei weitere Herbsteiner ums Leben.

Bild: Samuel Ruhl Gedenkstein.
Es war nicht der einzige Winter, der Menschenleben forderte. So ist in einer Chronik zu lesen, dass in einem späteren Jahr wochenlang weit und breit aller Verkehr aufgehoben, dass in Schotten alleine in wenigen Tagen an dreißig Menschen ums Leben gekommen, teils vor Kälte, teils vor Erschöpfung, teils vom Schnee verschüttet.

Bild: Keine Spur eines Weges.
Spuren-Suche: Denksteine Herbstein. zum Download (PDF: 521,3kiB)
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